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21. Grolsch Blues Festival Schöppingen - 26. - 27. Mai 2012

"Liebe Freunde des Schöppinger Blues Festivals,

der Vorverkauf für das 21. Grolsch Blues Festival, welches am Pfingstwochende, 26. und 27. Mai stattfindet, ist sehr gut angelaufen.


Aufallend ist, dass wir in diesem Jahr viele Erstbesucher begrüßen dürfen.


Leider haben wir auch in diesem Jahr mit einer Tourneeabsage zu kämpfen, die uns sehr traurig stimmt. Immerhin haben wir ganze 6 Jahre gebraucht, um endlich "Monte Montgomery" auf unser Festival zu bekommen.


Der Grund der Absage liegt im familiären Bereich - die Mutter von Monte Montgommery hat eine sehr schwere Herz Operation vor sich - deswegen hat er alle Termine in Europa abgesagt, um in der Nähe seiner Mutter zu sein.

Das haben wir und auch alle anderen Veranstalter akzeptiert.

Diese Nachricht löste in den letzten Tagen einiges an Hektik aus, da wir ja auch schnellstmöglichst einen Ersatz organisieren mussten.


Viel Arbeit, aber auch einer gehörigen Portion Glück haben wir es zu verdanken, dass wir kurzfristig eine Band engagieren konnten die alles andere als ein Ersatz für "Monte Montgomery " darstellt.


"Keith B. Brown" ist ein Ausnahmetalent der hier erstmals bekannt wurde, durch die Hauptrolle des "Skip James" die er in Wim Wenders Film "The Soul of a Man" spielte.


Live ist er allerdings noch nie in Deutschland aufgetreten und das macht dieses Engagement besonders intressant.


Das ist ja auch unser Motto für 2012 "Neues gibt es zu entdecken in Schöppingen"


Sein letztes Album, was im November des letzten Jahres von dem Label Dixie Frog veröffentlicht wurde, ist in Frankreich zum besten Blues Album 2011 gewählt und ausgezeichnet worden.

Musikalisch könnte man ihn mit Keb Mo und Eric Bipp vergleichen.

Mehr Infos zu Keith B. Brown, aber auch noch zu der letzten Band, auf deren Bestätigung wir warten, werden im nächsten Newsletter und auf unsere Homepage :
http://www.kulturring-schoeppingen.de - veröffentlicht.

Gruß und Blues aus Schöppingen

Richard Hölscher

26.05.2012 - Samstag

Einlass: 14:00 Uhr

  • Lucky Peterson & Band feat. Tamara Peterson (USA)
  • Cee Cee James & Band (USA)
  • Mason Rack Band (AU)
  • Keith B. Brown Band (USA)
  • Shane Dwight & Band (USA)

27.05.2015 - Sonntag

Einlass: 14:30 Uhr

  • Ben Poole Band (GB)
  • The Hackensaw Boys (USA)
  • Delta Moon (USA)
  • Kenny Neal & Band (USA)

 

Und noch eine Kritik - auf den Punkt gebracht - von Frank Zappa an den BWLern und ähnlichen Dümmlingen die heute in den Plattenkonzernen sitzen (und nicht nur dort) und ewig jammern, bzw. einen Großteil der Bevölkerung wegen downloads kriminalisieren.

Was sollte solch einem Typen aus diesen Etagen auch anders einfallen? Sie haben ja nichts gelernt, geschweige denn etwas begriffen. Außer natürlich soviel wie möglich für sich persönlich abzuzocken, Generation Wulff halt.

Frank Zappa in einem Fernsehinterview in den 80er Jahren:

"Die Sechziger waren natürlich längst nicht so großartig, wie heute gerne behauptet wird. Wirklich erstaunlich war allerdings, dass eine Menge ungewöhnlicher und experimenteller Musik aufgenommen und veröffentlicht wurde. Und wer waren damals die Verantwortlichen bei den Plattenfirmen, die diese Musik herausbrachten?
Keine hippen jungen Männer!
Es waren alte Männer, die auf ihren Zigarren herumkauten. Sie hörten sich die neue Musik an, die sie veröffentlichen sollten, und sagten: 'Ich habe keine Ahnung, was das ist, wahrscheinlich weiß es keiner, wir nehmen das trotzdem auf, bringen es raus und wenn es sich verkauft - wunderbar!'
Mit den Typen ging es uns besser als mit den vermeintlich hippen jungen Bossen, die heute selbst entscheiden wollen, was die Leute hören und sehen sollen. Die sind konservativer und gefährlicher für unsere Kunst, als es die alten Zigarren-Typen je waren. Und wie kamen sie ins Geschäft?
Die Zigarren-Typen dachten sich eines Tages: 'Ich hab's also drauf ankommen lassen, diese merkwürdige Platte veröffentlicht und ein paar Millionen Einheiten davon verkauft. Warum das geklappt hat, weiß ich nicht - aber wir müssen das öfters machen. Ich brauche Rat.
Holt mir einen Hippie!'
Und als die dann irgendwann ihre Füße auf den Chefschreibtisch legen durften, sagten sie: "Das hier können wir nicht veröffentlichen, das wollen die Kids nicht hören, das weiß ich genau."

 

Da die Musikindustrie immer noch mit aller Macht versucht ihren Besitzstand zu wahren, d.h. auch weiterhin Millionen mit Künstlern verdienen will, die meisten Künstler jedoch nicht anders als wie Sklaven behandelt und mit Hilfe dieser Sklaven die Bevölkerung "abzocken" will, ist es ganz ermutigend, auch mal von der jungen Generation andere Stimmen zu hören, als von den jungen BWLern die heute in den Musikkonzernen sitzen (und keine Ahnung von Musik haben), und von deren Sprachorganen wie z.B. den Verbänden der Musikindustrie, oder von den Anwälten, die mit Abmahnungen inzwischen einen Riesengeschäftszweig aufgebaut haben, um nur noch die Bevölkerung abzuzocken. Für mich sind dies  kriminelle Machenschaften. Und die Künstler haben am Wenigsten davon, außer die paar "großen Stars" die man hin und wieder mal austauscht. Meines Erachtens müssen Künstler umdenken und sich von den großen Konzernen abwenden, ansonsten sind sie nur profitgierigen Geschäftemachern ausgeliefert. Bands sollten nicht danach streben möglichst bei den Konzernen einen Vertrag zu bekommen, sondern sollten sich eigene individuelle Wege suchen. Hier nun ein Artikel, der eine andere Sichtweise beschreibt.

Piotr Czerski
© Tadeusz Dabrowski

Piotr Czerski, geboren 1981, ist ein polnischer Dichter, Autor, Musiker und Ex-Blogger. Mit seiner Band Towary Zastępcze ("Umtauschware") hat er zwei Alben veröffentlicht.

Czerski hat einen Abschluss in Informatik. Der vorliegende Text ist unter CC BY-SA 3.0 erschienen, die polnische Originalfassung steht hier.

Debatte: Wir, die Netz-Kinder

Die junge Generation stört sich an traditionellen Geschäftsmodellen und Obrigkeitsdenken. "Das Wichtigste ist Freiheit", schreibt der polnische Dichter Piotr Czerski.

Es gibt wohl keinen anderen Begriff, der im medialen Diskurs ähnlich überstrapaziert worden ist, wie der Begriff "Generation". Ich habe einmal versucht, die "Generationen" zu zählen, die in den vergangenen zehn Jahren ausgerufen worden sind, seit diesem berühmten Artikel über die sogenannte "Generation Nichts". Ich glaube, es waren stolze zwölf. Eines hatten sie alle gemeinsam: Sie existierten nur auf dem Papier. In der Realität gab es diesen einzigartigen, greifbaren, unvergesslichen Impuls nicht, diese gemeinsame Erfahrung, durch die wir uns bleibend von allen vorangegangenen Generationen unterscheiden würden. Wir haben danach Ausschau gehalten, doch stattdessen kam der grundlegende Wandel unbemerkt, zusammen mit den Kabeln, mit denen das Kabelfernsehen das Land umspannte, der Verdrängung des Festnetzes durch das Mobiltelefon und vor allem mit dem allgemeinen Zugang zum Internet. Erst heute verstehen wir wirklich, wie viel sich in den vergangenen 15 Jahren verändert hat.

Wir, die Netz-Kinder; die mit dem Internet und im Internet aufgewachsen sind, wir sind eine Generation, welche die Kriterien für diesen Begriff gleichsam in einer Art Umkehrung erfüllt. Es gab in unserem Leben keinen Auslöser dafür, eher eine Metamorphose des Lebens selbst. Es ist kein gemeinsamer, begrenzter kultureller Kontext, der uns eint – sondern das Gefühl, diesen Kontext und seinen Rahmen frei definieren zu können.

Indem ich das so schreibe, ist mir bewusst, dass ich das Wort "wir" missbrauche. Denn unser "wir" ist veränderlich, unscharf, früher hätte man gesagt: vorläufig. Wenn ich "wir" sage, meine ich "viele von uns" oder "einige von uns". Wenn ich sage "wir sind", meine ich "es kommt vor, dass wir sind". Ich sage nur deshalb "wir", damit ich überhaupt über uns schreiben kann.

Erstens: Wir sind mit dem Internet und im Internet aufgewachsen. Darum sind wir anders; das ist der entscheidende, aus unserer Sicht allerdings überraschende Unterschied: Wir "surfen" nicht im Internet und das Internet ist für uns kein "Ort" und kein "virtueller Raum". Für uns ist das Internet keine externe Erweiterung unserer Wirklichkeit, sondern ein Teil von ihr: eine unsichtbare, aber jederzeit präsente Schicht, die mit der körperlichen Umgebung verflochten ist.

Wir benutzen das Internet nicht, wir leben darin und damit. Wenn wir euch, den Analogen, unseren "Bildungsroman" erzählen müssten, dann würden wir sagen, dass an allen wesentlichen Erfahrungen, die wir gemacht haben, das Internet als organisches Element beteiligt war. Wir haben online Freunde und Feinde gefunden, wir haben online unsere Spickzettel für Prüfungen vorbereitet, wir haben Partys und Lerntreffen online geplant, wir haben uns online verliebt und getrennt.

Das Internet ist für uns keine Technologie, deren Beherrschung wir erlernen mussten und die wir irgendwie verinnerlicht haben. Das Netz ist ein fortlaufender Prozess, der sich vor unseren Augen beständig verändert, mit uns und durch uns. Technologien entstehen und verschwinden in unserem Umfeld, Websites werden gebaut, sie erblühen und vergehen, aber das Netz bleibt bestehen, denn wir sind das Netz; wir, die wir darüber in einer Art kommunizieren, die uns ganz natürlich erscheint, intensiver und effizienter als je zuvor in der Geschichte der Menschheit.

Wir sind im Internet aufgewachsen, deshalb denken wir anders. Die Fähigkeit, Informationen zu finden, ist für uns so selbstverständlich wie für euch die Fähigkeit, einen Bahnhof oder ein Postamt in einer unbekannten Stadt zu finden. Wenn wir etwas wissen wollen – die ersten Symptone von Windpocken, die Gründe für den Untergang der Estonia, oder warum unsere Wasserrechnung so verdächtig hoch erscheint – ergreifen wir Maßnahmen mit der Sicherheit eines Autofahrers, der über ein Navigationsgerät verfügt.

Wir wissen, dass wir die benötigten Informationen an vielen Stellen finden werden, wir wissen, wie wir an diese Stellen gelangen und wir können ihre Glaubwürdigkeit beurteilen. Wir haben gelernt zu akzeptieren, dass wir statt einer Antwort viele verschiedene Antworten finden, und aus diesen abstrahieren wir die wahrscheinlichste Version und ignorieren die unglaubwürdigen. Wir selektieren, wir filtern, wir erinnern – und wir sind bereit, Gelerntes auszutauschen gegen etwas neues, besseres, wenn wir darauf stoßen.

Für uns ist das Netz eine Art externer Festplatte. Wir müssen uns keine unnötigen Details merken: Daten, Summen, Formeln, Paragrafen, Straßennamen, genaue Definitionen. Uns reicht eine Zusammenfassung, der Kern, den wir brauchen, um die Information zu verarbeiten und mit anderen Informationen zu verknüpfen. Sollten wir Details benötigen, schlagen wir sie innerhalb von Sekunden nach.

Wir müssen auch keine Experten in allem sein, denn wir wissen, wie wir Menschen finden, die sich auf das spezialisiert haben, was wir nicht wissen, und denen wir vertrauen können. Menschen, die ihre Expertise nicht für Geld mit uns teilen, sondern wegen unserer gemeinsamen Überzeugung, dass Informationen ständig in Bewegung sind und frei sein wollen, dass wir alle vom Informationsaustausch profitieren. Und zwar jeden Tag: Im Studium, bei der Arbeit, beim Lösen alltäglicher Probleme und wenn wir unseren Interessen nachgehen. Wir wissen, wie Wettbewerb funktioniert und wir mögen ihn. Aber unser Wettbewerb, unser Wunsch, anders zu sein, basiert auf Wissen, auf der Fähigkeit, Informationen zu interpretieren und zu verarbeiten – nicht darauf, sie zu monopolisieren.

Zweitens: Die Teilnahme am kulturellen Leben ist für uns keine Beschäftigung für den Feiertag: die globale Kultur ist der Sockel unserer Identität, wichtiger für unser Selbstverständnis als Traditionen, die Geschichten unserer Ahnen, sozialer Status, die Herkunft oder sogar unsere Sprache. Aus dem Ozean der kulturellen Ereignisse fischen wir jene, die am besten zu uns passen, wir treten mit ihnen in Kontakt, wir bewerten sie und wir speichern unsere Bewertungen auf Websites, die genau zu diesem Zweck eingerichtet wurden und die uns außerdem andere Musikalben, Filme oder Spiele vorschlagen, die uns gefallen könnten.

Einige dieser Filme, Serien oder Videos schauen wir uns gemeinsam mit Kollegen an, oder aber mit Freunden aus aller Welt, unser Urteil über andere wird oft nur von einer kleinen Gruppe von Menschen geteilt, denen wir vielleicht niemals persönlich gegenüberstehen werden. Das ist der Grund für unser Gefühl, dass Kultur gleichzeitig global und individuell wird. Das ist der Grund, warum wir freien Zugang dazu brauchen.

Es bedeutet nicht, dass wir Zugang zu allen kulturellen Gütern verlangen, ohne dafür zahlen zu müssen – obwohl wir das, was wir selbst schaffen, meistens einfach nur in Umlauf bringen. Wir verstehen, dass Kreativität – trotz der zunehmenden Verbreitung von Technologien, mit denen jeder Mensch Film- oder Musikdateien in einer Qualität erstellen kann, die früher Profis vorbehalten war – immer noch Anstrengungen und Investitionen erfordert. Wir sind bereit zu zahlen, aber die gigantischen Aufschläge der Zwischenhändler erscheinen uns ganz einfach als unangemessen. Warum sollten wir für die Verbreitung von Informationen zahlen, die schnell und perfekt kopiert werden können, ohne den Wert des Originals auch nur um ein Jota zu verringern? Wenn wir nur die reine Information bekommen, verlangen wir einen angemessenen Preis. Wir sind bereit, mehr zu zahlen, aber dann erwarten wir auch mehr: eine interessante Verpackung, ein Gadget, höhere Qualität, die Option, es hier und jetzt anzuschauen, ohne warten zu müssen, bis die Datei heruntergeladen ist. Wir können durchaus Dankbarkeit zeigen und wir wollen den Künstler belohnen (seit Geld nicht mehr aus Papier besteht, sondern aus eine Reihe von Zahlen auf einem Bildschirm, ist das Bezahlen zu einem eher symbolischen Akt geworden, von dem eigentlich beide Seiten profitieren sollen), aber die Verkaufsziele irgendwelcher Konzerne interessieren uns kein bisschen. Es ist nicht unsere Schuld, dass ihr Geschäft in seiner traditionellen Form nicht mehr sinnvoll ist und dass sie, anstatt die Herausforderung zu akzeptieren und zu versuchen, uns mit etwas zu erreichen, das uns mehr bietet als wir umsonst haben können, entschieden haben, ihre veralteten Lösungen zu verteidigen.

Noch etwas: Wir wollen nicht für unsere Erinnerungen bezahlen. Die Filme, die uns an unsere Kindheit erinnern, die Musik, die uns vor zehn Jahren begleitet hat: In einem externen Netzgedächtnis sind sie einfach nur Erinnerungen. Sie hervorzurufen, sie auszutauschen, sie weiterzuentwickeln, das ist für uns so normal wie für euch die Erinnerung an Casablanca. Wir finden im Netz die Filme, die wir als Kinder gesehen haben und wir zeigen sie unseren Kindern, genauso wie ihr uns die Geschichte von Rotkäppchen oder Goldlöckchen erzählt habt. Könnt ihr euch vorstellen, dass euch jemand deswegen anklagt, gegen ein Gesetz verstoßen zu haben? Wir auch nicht.

Drittens: Wir sind es gewohnt, dass unsere Rechnungen automatisch bezahlt werden, so lange unser Kontostand es erlaubt. Wir wissen, dass wir nur ein Online-Formular ausfüllen und einen Vertrag unterschreiben müssen, den uns ein Kurier liefert, wenn wir ein Konto eröffnen oder den Mobilfunkanbieter wechseln wollen. Dass sogar ein Kurztrip auf die andere Seite von Europa inklusive Stadtrundfahrt innerhalb von zwei Stunden organisiert werden kann. Deshalb sind wir, als Nutzer des Staates, zunehmend verärgert über seine archaische Benutzeroberfläche. Wir verstehen nicht, warum wir für die Steuererklärung mehrere Formulare ausfüllen müssen, von denen das zentrale mehr als einhundert Fragen beinhaltet. Wir verstehen nicht, warum wir einen festen Wohnsitz (absurd genug, so etwas überhaupt haben zu müssen) erst förmlich abmelden müssen, bevor wir uns an einem anderen anmelden können – als könnten die Behörden diese Sache nicht auch ohne unser Eingreifen regeln.

In uns steckt nichts mehr von jener aus Scheu geborenen Überzeugung unserer Eltern, dass Amtsdinge von überaus großer Bedeutung und die mit dem Staat zu regelnden Angelegenheiten heilig sind. Diesen Respekt, verwurzelt in der Distanz zwischen dem einsamen Bürger und den majestätischen Höhen, in denen die herrschende Klasse residiert, kaum sichtbar da oben in den Wolken, den haben wir nicht. Unser Verständnis von sozialen Strukturen ist anders als eures: Die Gesellschaft ist ein Netzwerk, keine Hierarchie. Wir sind es gewohnt, das Gespräch mit fast jedem suchen zu dürfen, sei er Journalist, Bürgermeister, Universitätsprofessor oder Popstar, und wir brauchen keine besonderen Qualifikationen, die mit unserem sozialen Status zusammenhängen. Der Erfolg der Interaktion hängt einzig davon ab, ob der Inhalt unserer Botschaft als wichtig und einer Antwort würdig angesehen wird. Und da wir, dank Zusammenarbeit, ständigem Streit und dem Verteidigen unserer Argumente gegen Kritik das Gefühl haben, dass unsere Meinungen einfach die besseren sind, warum sollten wir dann keinen ernsthaften Dialog mit der Regierung erwarten dürfen?

Wir fühlen keinen religiösen Respekt für die "demokratischen Institutionen" in ihrer derzeitigen Form, wir glauben nicht an ihre unumstößliche Rolle, wie es diejenigen tun, die alle "demokratischen Institutionen" als Denkmäler betrachten, die sie selbst bauen und die zugleich für sie selbst gebaut werden. Wir brauchen keine Denkmäler. Wir brauchen ein System, das unsere Erwartungen erfüllt, ein transparentes und funktionierendes System. Und wir haben gelernt, dass Veränderung möglich ist: dass jedes in der Handhabung umständliche System ersetzt werden kann und ersetzt wird, durch eines, das effizienter ist, das besser an unsere Bedürfnissen angepasst ist und uns mehr Handlungsmöglichkeiten gibt.

Was uns am wichtigsten ist, ist Freiheit. Redefreiheit, freier Zugang zu Informationen und zu Kultur. Wir glauben, das Internet ist dank dieser Freiheit zu dem geworden, was es ist, und wir glauben, dass es unsere Pflicht ist, diese Freiheit zu verteidigen. Das schulden wir den kommenden Generationen, so wie wir es ihnen schulden, die Umwelt zu schützen.

Vielleicht haben wir noch keinen Namen dafür, vielleicht sind wir uns dessen noch nicht vollständig bewusst, aber wahrscheinlich ist das, was wir wollen, eine wahre und tatsächliche Demokratie. Eine Demokratie, wie sie sich vielleicht nicht einmal eure Journalisten erträumt haben.

Übersetzung: Patrick Beuth, Andre Rudolph

 

 

Klaus Theweleit über Pop-Kultur - ein Interview!

Wir fanden ein interessantes und zugleich provozierendes Gespräch mit Klaus Theweleit über Pop-Kultur und möchten Ihnen dies nicht vorenthalten.

Klaus Theweleit: „Wenn es zwitschert, freue ich mich“

Ist Pop nur noch retro? Kulturtheoretiker Klaus Theweleit spricht über Recycling-Kultur, den Rausch von ’68 und das PR-Phänomen Amy Winehouse.

Herr Theweleit, Kraftwerk sind gerade in München im Museum angekommen, die Hitparaden werden von wiederveröffentlichten Pink-Floyd- und Nirvana-Platten und Retro-Künstlern wie Adele beherrscht. Ist Pop keine Gegenwartskunst mehr?

Schwer zu sagen. Eigentlich ist Pop nie nur Gegenwartskunst gewesen. Pop hatte schon immer eine Geschichte, eine Tradition. Schon in den fünfziger Jahren, als das, was wir heute unter Pop verstehen, begann, ist in den frühen Rock ’n’ Roll viel Rhythm ’n’ Blues und Jazz eingeflossen. Selbst Dixieland ist daraus nicht wegzudenken. Und in den Sechzigern wurde dann schon von den Goldenen Zwanzigern geschwärmt.

Ein Bob Dylan steht in der Traditionslinie von Folk, von Working Man Songs und Woody Guthrie. Aber damals fügten die Musiker dem Alten etwas Neues, Eigenes hinzu. So wie die Rolling Stones den Blues nur als Startrampe benutzten. Heute hingegen wirken viele Bands im Heraufbeschwören historischer Sounds gefangen. Wo bleibt die Innovation?

Die gilt es zu entdecken, und das ist schwer, weil sich derzeit gerade nichts spektakulär Neues ausbreitet. Außerdem ist die Pop-Geschichte inzwischen viel länger geworden, es hat mehr Sachen gegeben und man kann vieles nicht mehr neu erfinden. Ein Saxofonist kann sich heute nicht völlig von dem lösen, was John Coltrane gemacht hat. Neu ist aber, dass das historische Bewusstsein heute ausgeprägter ist. Seit den neunziger Jahren hat sich ein Pop-Spezialistentum herausgebildet, das sich fast schon wissenschaftlich penibel mit Bands und Epochen befasst.

Der britische Kritiker Simon Reynolds beschreibt in seinem Buch „Retromania“ eine Popära, die „verrückt nach der Vergangenheit und besessen von der Erinnerung“ sei. Zeigt sich da ein neuer Konservatismus?

In den Achtzigern gab es das Gleiche unter dem Stichwort Nostalgie schon einmal. Pop ist ein Markt. Und dieser Markt arbeitet in Zyklen. Alles was schon einmal da war, wird recycelt. Das ist kein neues Phänomen.

Aber heute werden die Charts fast ausschließlich von Altstars und Retro-Acts wie Adele, Duffy oder Aloe Blacc dominiert.

Man könnte auch noch Amy Winehouse nennen. Doch die halte ich für ein reines PR-Phänomen. Ich habe mir ihre Platten angehört und kein einziges Stück gefunden, das auch nur im Entferntesten an die schlechtesten Sachen von Aretha Franklin heranreichen würde. Das ist Musik, die den Markt abräumen kann, weil die Produzenten, Manager und PR-Agenten gute Arbeit geleistet haben. Als ich in den Nachrufen von der "großartigen Musikerin las, hat sich mir der Magen umgedreht. Die Leute hören nicht richtig hin.

Bis weit in die achtziger Jahre verstanden sich Popmusiker als Teil einer Gegenkultur. Wieso ist dieser Anspruch verschwunden?

Weil Pop zum Mainstream geworden ist. Pop ist allgegenwärtig, unsere Kultur ist völlig durchtränkt davon, in jeder Zeitung findet man heute Pop-Themen auf der ersten Feuilleton-Seite. Für mich verschwand Pop als Gegenkultur in dem Moment, als die Feuerzeuge auf den Konzerten auftauchten. Mit erhobenen Händen huldigen die Fans ihrem jeweiligen Messias. Vor allem ist das aber eine große Selbstfeier. Dabei geht es nicht mehr um irgendeinen Gegenentwurf, sondern nur noch die Übereinstimmung mit dem, was die Konsumenten für ihre Abweichung halten. Die Feuerzeuge als gemeinschaftsstiftendes Utensil haben vielleicht sogar die Facebook-Kultur vorweggenommen.

Das Neue im Pop ist lange aus dem Überdruss am Alten entstanden. Auf Rock ’n’ Roll folgte Beat, Punk war ein Aufstand gegen den Stadionrock. Heute existieren zig Stile friedlich in ihren Nischen nebeneinander. Haben sich die Fortschrittsmodelle im Pop als untauglich erwiesen?

Dass vieles nebeneinander existiert, ist ja nicht schlecht. Diese Aufteilung in Enklaven spiegelt wider, was auch sonst in der Gesellschaft läuft, ihr Auseinanderbröseln. Viele Bereiche gesellschaftlichen Verhaltens, die früher verboten waren – wie etwa Homosexualität – wurden liberalisiert. Was früher in Subkulturen stattfand, ist in erlaubte Nischen übergegangen. Es muss gar nicht mehr „sub“ sein. Jeder findet jetzt problemlos das, was er haben will oder braucht. Damit ist die Grundlage für eine gemeinsame Gegenwehr gegen den gesamtgesellschaftlichen Hauptzustand verschwunden. Das ist nicht die Schuld der Menschen, sondern Folge einer gewachsener Liberalität. Wenn Freiräume da sind, werden sie auch genutzt und man bringt sein Leben nicht mehr damit zu, gegen etwas zu protestieren.

Welche Rolle spielt das Internet in dieser schönen neuen Nischenwelt?

Eine große. Es ist ein total neues Phänomen, dass manche Songs im Netz durch ihre Klickzahlen und Downloads zu Hits werden. Da ist viel Zufall dabei, man kann oft nicht nachvollziehen, wer warum auf was anspringt. Es ist ein unübersehbarer Wust. Mich wundert allerdings, dass ich so wenig Rhythmus-Variation höre. Oft wirken die ersten 30 Sekunden eines Stückes interessant: Da wird etwas ausprobiert, es zirpt, der Beat stolpert hierhin und dorthin, doch dann mündet alles in den üblichen Beat von Techno oder HipHop. Das hat so etwas dröhnend Erschlagendes. Eine Art Dance-Gleichschritt, der für alle vorgeschrieben zu sein scheint. Gemessen an der Menge von Erfindungen, die es im Pop schon gab, wird heute relativ wenig davon benutzt. Da scheint ein gewisser Druck zu herrschen. Ich weiß nicht, ob er vom Tanz, vom Markt oder von der Angst abzuweichen ausgeht.

Gerade entdecken die Geschichtswissenschaften die U-Musik als Quelle, wie die Berliner „Pop History“-Konferenz zeigt. Welche Erkenntnispotenziale sehen Sie?

Die liegen in allen Bereichen, die die Historiker bisher immer als Sekundär- und Tertiärquellen denunziert haben. In ihrer Geschichtsschreibung ging es ja nur um Dokumente, Staatsakte und so fort. Schon Romane und Gedichte galten als zu subjektiv. Jetzt kapieren die Historiker aber langsam, dass man den Generationsbruch, den es nach dem Zweiten Weltkrieg mit der mehr oder weniger faschistischen Elterngeneration gegeben hat, nur über die Popmusik verstehen kann. Wer diesen emotionalen Ausbruch, der schon Mitte der fünfziger Jahre einsetzte, nicht einbezieht, kann als Historiker einpacken.

Sie haben Rock als „Musik westlicher Demokratien in ihren postnationalen, prätechnokratischen Öffnungsphasen“ beschrieben. Wurde die Rolle der Rockmusik während der 68er-Umwälzungen unterschätzt?

Vor allem ist sie unterschätzt worden, weil man die 68er-Bewegung ohne die 56er-Bewegung nicht verstehen kann. Das sind dieselben Leute. Die haben ihren ersten Ausbruch mit 14 zu Chuck Berry, Elvis und dem Engtanz-Blues erlebt. Auch wenn das nicht als politischer Ausbruch verstanden wurde, war er es im Grunde doch. Da wurden Kino- und Kneipeneinrichtungen zerlegt, in Schwabing kam es zu „Krawallen“, man änderte seine Verhaltensweisen, überall. Nur mit Texten und Theorie ist ’68 nicht zu verstehen, auch die Pille war ein wichtiger Faktor.

Ihr Eröffnungsvortrag auf der "Pop History"-Konferenz trägt den schönen Titel „Also ob es kein Morgen gäbe – Oder: 2000 Light Years from Home“. Wird er vom Aufbruch der 68er handeln?

Ja. Es gibt derzeit bei Soziologen wie Heinz Bude aus Hamburg eine gewisse Verständnislosigkeit gegenüber den Sechzigern. Man sagt: Das waren doch wunderbare Zeiten, in denen man Aussicht auf eine Stelle hatte und die Wirtschaft blühte. Dabei wird vernachlässigt, dass man gar nicht auf eine Stelle aus war, sondern sich ein Leben ohne diese Art von Perspektive wünschte. Eine Existenz im Hierundjetzt, eben „als gäbe es kein Morgen“. Die Lichtjahre aus dem Rolling-Stones- Song stehen dafür, dass man auf keinen Fall da landen wollte, wo die Eltern waren. Wie Rio Reiser sang: „Ich will nicht werden, was mein Alter ist“. Die Stones meinten auch das Abheben mittels Drogen. Stoned wollten sie den Weg ins All finden. Das „Intergalaktische“ haben auch Hendrix und Sun Ra nicht metaphorisch gemeint. Es ging darum, weg von der Erde, weg aus den Familienzusammenhängen zu kommen. Pop hieß auch: Man kann noch alles werden.

Welche Popmusik hören Sie gerade?

Momentan viel Neil Young. Aber nur die Sachen mit Crazy Horse. Sein Einzel-Gitarren-Zeug mit Country-Überhang kann ich nicht ausstehen.

Keinerlei Neuentdeckungen in letzter Zeit?

Nein, aber da warte ich immer drauf. Ich spiele selber in einer Free-Jazz-Band E-Gitarre, mit dem Bogen gestrichen. Kürzlich brachte ein Musiker einen Packen mit neuen Aufnahmen von Peter Brötzmann mit, der mir früher mit seinem überblasenen Saxofon auf den Geist gegangen war. Jetzt spielt der in Gruppen, die richtig interessant sind. Ich suche nach einem Sound, den ich noch nicht gehört habe. Wenn da etwas pulst und zwitschert, freue ich mich. Leider zu selten.

Konzert des Tages

Zeltinger & Band am 19. Mai im Musiktheater Piano in Dortmund

Das Konzert wurde soeben abgesagt!!!
Jürgen Zeltinger ist erkrankt!

Jürgen Zeltinger rockt und schwitzt wie eh und jeh. Im letzten jahr 60 geworden ist der Punk & Rock-Dinosaurier und eines der letzten wahren Originale wieder in der Republik unterwegs. Der ursprüngliche Straßenrock lebt, in Form von 3 1⁄2 Zentnern Lebendgewicht. Der Mann ist Kult!!!
Anno 1979 sorgte der Kölner Jürgen Zeltinger mit seinem Debüt LIVE IM ROXI für Furore in der deutschen Musiker Szene, etablierte doch eben jene Scheibe, die auch heute noch als eine DER Kultplatten gilt. Diesen Status festigten Jürgen Zeltinger und seine Band mit den beiden Alben SCHLEIMIG (80) und DER CHEF (82).
Die Live-Shows der Rampensau sind legendär. Im letzten Jahr ehrte ihn die EMI und veröffentlichte zu seinem 60. Geburtstag ein Best Of- Album, das vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.
Die wieder veröffentlichten Klassiker wurden zum Verkaufsrenner. Anscheinend war die Zeit reif für ein Comeback des Rockers. Unterstützt wird Zeltinger inzwischen von  einigen Mitgliedern von Dirty Deeds 79. Wir freuen uns auf einen grandiosen, spaßigen Abend mit Zeltingers Klassikern und Punk-Versionen alter Schlagerklassiker, denn Gassenhauer wie „Mamor, Stein und Eisen bricht“ (Drafi Deutscher), „Tiger“ (Peter Krauss) und „Sexy Hexi“ (Danny Mann) gehören sicherlich zu Programm des „Asi mit Nivo“
.

Weitere Konzerthinweise finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite

 

Rock Hard Festival vom 25. Mai - 27. Mai 2012 im Amphitheater in Gelsenkirchen

Freitag, 25. Mai

21:30 - 23:00 TURBONEGRO
19:45 - 21:00 KVELERTAK
18:15 - 19:15 KRISIUN
17:00 - 17:45 RAM
15:55 - 16:40 JEX THOTH
15:00 - 15:35 DEATHFIST

Samstag, 26. Mai

21:30 - 23:00 BOLT THROWER
19:45 - 21:00 PSYCHOTIC WALTZ
18:15 - 19:15 TANKARD
17:00 - 17:45 UNLEASHED
15:50 - 16:35 HELL
14:45 - 15:25 PORTRAIT
13:45 - 14:25 MOTORJESUS
12:45 - 13:25 DR. LIVING DEAD!

Sonntag, 27.Mai

21:30 - 23:00 W.A.S.P.
19:45 - 21:00 UNISONIC
17:40 - 18:40 MAGNUM
16:15 - 17:10 GIRLSCHOOL
15:10 - 15:55 GRAVEYARD
14:05 - 14:45 HIGH SPIRITS
13:00 - 13:40 ´77
12:00 - 12:40 ALPHA TIGER

Ursprünglich war das ROCK HARD-Festival als einmalige Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen des ROCK HARD-Magazins in 2003 gedacht. Aufgrund der FANtastischen Reaktionen haben sich die Macher jedoch spontan für eine Fortsetzung entschieden. Ziel der Veranstalter ist es in jedem Jahr, Bands wie Fans optimale Rahmenbedingungen für ein Festival der Extraklasse zu bieten. Der mittelgroße Rahmen (maximale Kapazität: rund 6.100 Zuschauer) bedingt, dass die Mega-Stars der Branche ihre Rekordgagen anderswo einstreichen (nämlich dort, wo die Besucher wie Konsum-Schafe auf landwirtschaftlichen Nutzflächen eingepfercht werden). Stattdessen liegt der Schwerpunkt des ROCK HARD-Festivals auf starken Szene-Themen internationalen Zuschnitts, einer gewissen musikalischen Bandbreite, guten Liveperformances sowie Underground-Kultbands und brandheißen Newcomern. Immerhin steht für die Qualität der Bands die ROCK HARD-Redaktion gerade, die ausschließlich die Auswahl des Festivals trifft. Darüber hinaus ist es der Anspruch der Macher, endlich ein international besetztes Festival im bevölkerungsreichsten Ballungsraum Europas zu entwickeln: dem Ruhrgebiet, bisher unverständlicherweise ein weißer Fleck auf der Festival-Landkarte.

Dabei ist der Ort alles andere als zufällig gewählt, schließlich stammen Bands wie Kreator, Sodom, Rage oder Grave Digger wie das ROCK HARD-Magazin aus dem Revier und sind den Fans weltweit (wie etwa der S04 oder der BvB) ein Begriff.

In 2003 hatten Bands wie BLIND GUARDIAN, ANTHRAX, DORO, SAXON, KREATOR, SODOM, ARCH ENEMY, TROUBLE, NEVERMORE und SOILWORK (u. a.) die Fans begeistert. Die mitgeschnittene DVD (Nuclear Blast/Warner) hat sich in Europa rund 10.000 Mal verkauft.

2004 ließen (u. a.) MACHINE HEAD, IN EXTREMO, STRATOVARIUS, GAMMA RAY, EXODUS, RAGE, DESTRUCTION, METAL CHURCH, DARK TRANQUILLITY und GLUECIFER den Betonboden des Amphitheaters vibrieren.

2005 feierten Tausende im fast ausverkauften Kessel ihre Helden, wie ACCEPT, CHILDREN OF BODOM, OVERKILL, MASTERPLAN und THE HAUNTED. 2006 stand die inzwischen verstorbene Hardrock-Legende DIO auf der Bühne. EDGUY, SOILWORK, FATES WARNING, BOLT THROWER und die Ruhrpott-Kult-Combo RANDALICA rockten ebenfalls das Rund.

2007 gab es ein Wiedersehen mit den Urrockern THIN LIZZY, den Bierthrashern TANKARD, Maiden-Urgestein PAUL DI'ANNO,  ARMORED SAINT, VADER, AXEL RUDI PELL, AMON AMARTH und DEATH ANGEL.

2008 zeigten TESTAMENT, wo der Thrash-Hammer hängt, IMMORTAL posten sich düster durch den Samstagabend und ICED EARTH bewiesen nach der Rückkehr ihres verlorenen Sohnes, Matt Barlow, dass auch jetzt noch mit ihnen zu rechnen ist. VOLBEAT sorgten für eine Bombenstimmung und EXODUS, NAPALM DEATH, ENSLAVED, EXCITER, ASPHYX und DIE APOKALYPTISCHEN REITER bliesen harte Töne ins Amphitheater-Rund. Gemäßigter, aber nicht minder gewaltig, gingen Y&T, JORN, SIEGES EVEN und PARADISE LOST zu Werke.

Ein nahezu ausverkauftes Haus konnte das Rock Hard-Festival am Pfingstwochenende 2009 verzeichnen. Bei strahlendem Sonnenschein pilgerten jeweils mehr als 7.000 Freunde der härteren Rockmusik täglich ins Gelsenkirchener Amphitheater um mit stilistisch so unterschiedlichen Bands wie OPETH, CHILDREN OF BODOM und SAXON die Hardrockparty des Jahres zu feiern. Den Vogel schossen die Dänen D-A-D ab, die schon am Sonntagnachmittag mit reichlich Pyrotechnik und ausgefallenen Kostümen für fröhliche Stimmung sorgten. Weitere Höhepunkte waren PRONG, FORBIDDEN, SACRED REICH, JON OLIVA, GRAND MAGUS, UFO und AUDREY HORNE.

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde es erst recht eng im Amphitheater. KREATOR luden zum Heimspiel ein und RAGE organisierten gleich ein Sinfonie-Orchester, um ihren Backkatalog in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Die niederländischen Senkrechtstarter THE DEVIL'S BLOOD gaben ihre spirituell-düstere Visitenkarte ab, während Opeth-Häuptling Mikael Åkerfeldt dem guten alten Death Metal mit einer exklusiven BLOODBATH-Show huldigte. Ebenfalls verhaltensauffällig: KATATONIA, ORPHANED LAND, KEEP OF KALESSIN, SABATON, RAVEN, EXHORDER, NEVERMORE, SONATA ARCTICA und MAMBO KURT.  Dem WDR war dies ein zweistündiges Rockpalast-Special wert! Herzlichen Dank!

2011 verabschiedete sich Matt Barlow vor einem ausverkauften Amphitheater von den ICED EARTH-Fans, DOWN legten die Location in Schutt und Asche und TRIPTYKON spielten eine ihrer raren Deutschland-Shows. Weiterhin am Start: AMORPHIS, OVERKILL, MORGOTH und VICIOUS RUMORS. Der WDR dokumentierte das Festival und die komplette DOWN-Show für eine Rockpalast-Sendung, die am 24. Juli ausgestrahlt wurde.

Für Musiker und Musikinteressierte:

Sessions und Musikstammtische im Ruhrgebiet

In jeder Stadt des Ruhrgebiets gibt es eine große Zahl von Bands und Musikern die nach Auftrittsmöglichkeiten oder Mitspielmöglichkeiten suchen.

Wir haben aus dem Angebot der einzelnen Aktivitäten mal eine Liste zusammengestellt.

Vielleicht ist hier für den ein oder anderen Musiker/Musikinteressierten das Richtige dabei.

Wir haben unterschieden in:

Jazz-Sessions

Blues-Sessions

Verschiedene Sessions

Veranstalter von Sessions die hier nicht aufgeführt sind, bitten wir, sich zu melden, damit wir auch ihre Veranstaltungen hier aufnehmen können. Wir möchten dem Musiker und Musikinteressierten eine möglichst komplette Liste von Möglichkeiten zur Verfügung stellen.

The Fugs  - die ultimative Politrock-Sponti-Truppe des US-Undergrounds

“Wir liebten unser Land!”

Subversive Rockmusik, die amerikanische Gegenkultur der 60er Jahre und der amerikanische Traum.

Ein Interview mit dem Literaten und Rocksänger Ed Sanders (The Fugs) von Christoph Wagner.

Ed Sanders resümiert über die Aktivitäten in den 60ern, er erzählt von den Widrigkeiten Politik und auch Musik zu machen. Und er erzählt über die Zusammenarbeit mit dem kürzlich verstorbenen Tuli Kupferberg.

Christoph Wagner hat uns freundlicherweise die Veröffentlichung des Interviews gestattet. Wir danken an dieser Stelle recht herzlich.
Mit Klick auf den Link geht es weiter!

hier können Sie das Interview lesen


Und wer interessante Dokumentationen über Musik und Musiker mit Raritäten, Interviews, Live-music hören will, der folge diesem Link http://www.wfmu.org/playlists/GD

A good friend of us, Michael Anderson (ex-member of the Sun Ra Arkestra),  presents all the time all good music.

We thank him for his work.
Archives for Music Of Our Times with The Good Doctor.
A wide spectrum of music: jazz, R&B, rock, blues, funk, 60's psych, and special features.

WFMU 91.1 fm 90.1 fm wfmu.org


Liebe Besucher dieser Website,
wenn Sie mehr über uns erfahren wollen schauen Sie bitte unter dem Menuepunkt "über uns" nach. Dort erfahren Sie mehr über unsere Ziele und Vorstellungen.
Wir senden 1-2 mal wöchentlich auf 91,2 mhz (Kabel 92,15mhz) oder als livestream im Internet unsere Sendung "Collector's Item", wenn Sie darüber etwas erfahren wollen, oder ältere Beiträge hören wollen, klicken Sie bitte unter "Radio".
Interviews die wir mit verschiedenen Musikern geführt haben veröffentlichen wir nach Absprache mit den Musikern ebenfalls auf unserer Radioseite. Bei Interesse schauen Sie einfach dort nach.
Photos von Musikern stellt uns freundlicherweise Albrecht Schmidt zur Verfügung. Schauen Sie einfach unter dem Menue "Konzertbilder" nach und lassen Sie sich  von den guten Aufnahmen inspirieren.
Konzertkritiken schreiben wir auch hin und wieder, diese finden Sie dann unter dem Menue "Konzertkritik".

Als Archiv sind wir dabei unsere Datenbank ständig zu erweitern, dies ist ein kontinuierlich stattfindender Prozess, der natürlich nie endet.
Aktuell bearbeiten wir zur Zeit wichtige Festivals des Jahres 1969, wie z.B. das Woodstock-Festival (wir komplettieren zur Zeit dies Festival mit bisher nicht erhältlichen Titeln), Texas-Pop-Festival, Amougies-Festival, Cambridge-Midsummer-Pop-Festival, Internationales Pop & Blues Festival Essen, Jazz-Festival Bilzen, Hyde-Park-Festivals 1969. Schauen Sie hierzu auf unsere Projektseite. Diese Festivals wollen wir komplettieren und suchen hierzu Informationen und Material. Wer hier behilflich sein kann, möge sich bitte an uns wenden. Außerdem haben wir eine kleine virtuelle Ausstellung "40 Jahre Krautrock" aufbereitet. Hinzu kommt ein einleitender Text zur "Ambient-Music" mit zahlreichen Plattentipps.
Dies alles finden Sie auf unserer "Projektseite".
Hier finden Sie auch ein Interview mit uns, über unsere Arbeit etc, welches der WDR 5 im Rahmen  seines Woodstock-Tages mit uns geführt hat.
Natürlich beschränkt sich unsere Arbeit nicht nur auf diese Projekte. Unsere Datenbank umfasst viel mehr an Material und auch hier besteht ein großer Bedarf an Infos und weiterem Material. Bei Interesse melden Sie sich bei uns.
Wer unseren regelmäßigen Newsletter erhalten möchte kann sich im entsprechenden Feld eintragen.
Wir freuen uns über Ihre Nachrichten und Infos.

Wir gedenken den im April 2012 verstorbenen Musikern:

Rob van den Broek (Piano)
(born: 1940, Hilversum/Netherlands; died: 30.Apr.2012, Netherlands)

Joe Muranyi (Klarinette / clarinet)
(born: 14.Jan.1928, Martins Ferry/OH; died: 21.Apr.2012, New York)

Nachrufe / Obituaries: Dippermouth, Washington Post, New York Times.

Bert Weedon (Gitarre / guitar)
(born: 10.May 1920, London/GB; died: 20.Apr.2012, Beaconsfield/England)

Nachruf / Obituary: Los Angeles Times.

Virgil Jones (Trompete / trumpet)
(born: 26.Aug.1939, Indianapolis/IN; died: 20.Apr.2012, Indianapolis/IN)

Levon Helm (Schlagzeug, Gesang / drums, singer)
(born: 26.May 1940, Elaine/AR; died: 19.Apr.2012, New York)

Nachrufe / Obituaries: Washington Post, The Independent, San Francisco Chronicle.

Walter L. Gordon (Rechtsanwalt für Billie Holiday / lawyer for Billie Holiday)
(born: 22.Jun.1908, Santa Monica/CA; died: 16.Apr.2012, Los Angeles/CA)

Nachruf / Obituary: Los Angeles Times.

Teddy Charles (Vibraphon)
(born: 13.Apr.1928, Chicopee Falls/MA; died: 16.Apr.2012, Riverhead/NY)

Nachrufe: Los Angeles Times, New York Times.

Art Jenkins (Gesang / vocal)
(born: 18.Apr.1934, USA; died: 13.Apr.2012, USA)

George Mesterhazy (Piano)
(born: 1952, Atlantic City/NJ; died: 12.Apr.2012, Cape May/NJ)

Nachruf / Obituary: Philadelphia Inquirer, Atlantic City Weekly.

Andrew Love (Tenorsaxophon / tenor saxophone)
(born: 21.Nov.1941, Memphis/TN; died: 12.Apr.2012, Memphis/TN)

Nachruf / Obituary: Los Angeles Times, The Independent.

Rodgers Grant (Piano)
(born: 18.Jan.1936, New York; died: 12.Apr.2012, Paulding/OH

Nachruf / Obituary: Toledo Blade.

Hal McKusick (Altsaxophon / alto saxophone)
(born: 1.Jun.1924, Medford/MA; died: 11.Apr.2012, Sag Harbor/NY)

Nachrufe / Obituaries: Southampton Patch, The Independent.

Barbara Buchholz (Theremin)
(born: 8.Dec.1959, Duisburg/Germany; died: 10.Apr.2012, Germany)

Ueli Staub (Kritiker, Vibraphon / critc, vibraphone)
(born: 1.Jan.1934, Zürich/Switzerland; died: 9.Apr.2012, Thun/Switzerland)

Tony Marsh (Schlagzeug / drums)
(born: 19.Aug.1939, Lancaster/England; died: 9.Apr.2012, London/England)

Nachruf ( Obituary: The Guardian.

Phoebe Jacobs (Publizistin / publicist)
(born: 21.Jun.1918, Bronx/NY; died: 9.Apr.2012, New York

Nachruf / Obituary: Huffington Post, New York Daily News, New York Times.

Jim Marshall (Instrumentenbauer / instrument maker)
(born: 29.Jul.1923, London/England; died: 5.Apr.2012, London/England)

Nachrufe / Obituaries: Los Angeles Times, New York Times, Washington Post, The Independent, The Guardian.

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MOERS Festival 2012

Vor uns liegt das 41. moers festival, das siebte unter meiner Leitung. Ob es ein „verflixtes“ siebtes wird, muss sich noch herausstellen. Fest steht allerdings, dass die Zukunft des Festivals weiter unsicher ist. Tatsächlich verschärft sich die Situation sogar zunehmend. Der Schuldenberg der Stadt nimmt stetig zu und zwingt die Verantwortlichen, alle freiwilligen Leistungen – und dazu zählt auch das Festival – zu reduzieren.

Es ist nicht einfach, bei diesen düsteren Aussichten Vorfreude auf das kommende Ereignis zu wecken. Doch ein Blick auf das Programm macht es mir leichter. Ein großes Ereignis, das schon länger seine Schatten voraus wirft, wird die Uraufführung eines neuen Werks der großen Carla Bley. Weitere „Klassiker“, auf die ich mich freue, sind Gunter Hampel mit seinem Quintet und James „Blood“ Ulmer mit Joe Bowies „Defunkt“. Das Programm bietet aber auch wieder viele Gelegenheiten neue Entdeckungen zu machen - wenngleich es in diesem Jahr nicht so stark auf neue Namen sondern eher auf neue Formationen ausgerichtet ist.

Stark vertreten ist wieder die aktuelle New Yorker Szene, angeführt von Andrew N D'Angelo und seiner DNA Big Band. Es gibt aber auch viele interessante Beiträge aus den verschiedenen Regionen Europas, und mit den Afro Cuban All Stars kommt DAS Tanz- und Konzert-Ereignis aus Lateinamerika. Nicht zu vergessen die neuen „African Dance Nights“ im Bollwerk und der „Heimatabend“ mit Helge Schneider am vierten Festivaltag.

Auch in diesem Jahr war es mein Ziel, ein Programm zusammenzustellen, das Spaß beim Zuhören macht und Musikerinnen und Musiker aus allen Teilen der Welt einlädt, die schiere Fülle und Dichte der aktuellen improvisierten Musik kompakt an Pfingsten in Moers zu präsentieren.

Reiner Michalke
Künstlerischer Leiter

Freitag - 25. Mai 2012

The Dorf (de)
Beginn: 17:00  Uhr
Gunter Hampel European-New York Quintet (de)
Beginn: 18:15  Uhr
Tanya Tagaq (ca)
Beginn: 19:30  Uhr
Carla Bley Trio (us)
Beginn: 20:30  Uhr
Juan de Marcos Afro Cuban All Stars (cu)
Beginn: 21:45  Uhr

Samstag - 26. Mai 2012

Landfermann & Burgwinkel (de)
Beginn: 14:30  Uhr
Radiation 10 (fr)
Beginn: 15:30  Uhr
Ingrid Laubrock Anti-House (us)
Beginn: 16:45  Uhr
Jozef Dumoulin Trio (be, us)
Beginn: 18:00  Uhr
Andrew N D'Angelo DNA Big Band (us)
Beginn: 20:00  Uhr
I Don't Hear Nothin' But The Blues Trio (us)
Beginn: 21:15  Uhr
James "Blood" Ulmer with Joe Bowie's Defunkt n'EU Soul (us, eu)
Beginn: 22:30  Uhr

Sonntag - 27. Mai 2012

Myanmar meets Europe (mm, de, it, fr)
Beginn: 14:30  Uhr
dus-ti (de)
Beginn: 15:45  Uhr
Phall Fatale (ch, gb, no)
Beginn: 16:45  Uhr
Erik Friedlander (us)
Beginn: 17:45  Uhr
Carla Bley „La Leçon Française“ (us, se, de)
Beginn: 20:00  Uhr
Rocket Science (us, gb)
Beginn: 21:15  Uhr
Lakecia Benjamin and Soul Squad (us)
Beginn: 22:30  Uhr

Montag - 28. Mai 2012

Helges Heimatabend
Beginn: 17:00 Uhr

CD – Besprechung und Anmerkungen zu Tommy Schnellers neuer CD „Smiling For A Reason“

Es fängt schon mit dem Cover und den Bildern an. Man schickt mich zurück in die Vergangenheit, die die Gegenwart durchdringt. Die CD-Hülle - Paperback, rau und doch glatt. Die Bilder in stumpfen, rauchigen Farben, tanzende Frauen „allover“. Die äußeren Dinge erhöhen die Neugier auf den Inhalt.10 Titel umfasst das Angebot, 8 davon komplett von Henrik Freischlader, der sich hier aufs Feinste kompositorisch und textlich einbringt und das Album auch produziert hat. Der Titel „Blues for the Ladies“ stammt samt Lyrics von Tommy, außerdem auch der Text des Openers.
Tommys Begleitband bestehend aus: Henrik Freischlader, Gregory Barrett, Max Klaas, Gary Winters und Dieter Kuhlmann bietet die musikalisch hochrangige, starke, solide Grundlage für passenden Sound und hervorragende Begleitung.
Vom Inhalt der Songs geht’s meist in Richtung Liebe und Beziehung – also Trouble, Problems und kein Ende. Aber die Stücke kommen leicht und angenehm daher, laden gleichermaßen zum Träumen und Tanzen ein. Und mittendrin Tommy: der Jazzman, der Soulboy, der funky Guy.
Seine Stimme besitzt die intensive Leichtigkeit, Sehnsüchte und Gefühle aufzurufen – die Texte erzählen Geschichten der Leidenschaft.
Und alles kommt direkt an, weil er es so tut, wie er es fühlt. Eine Stimme „with the touch of black and blue“.Und dann ist da die Sache mit dem Saxophon: Wenn er spielt, trifft er den Nerv und die Essenz. Sein Talent, seine spielerische Bandbreite und seine ausgeprägte Spielfreude sind ohne Grenzen.Seine unaufdringliche Präsenz bewirkt ständigen Einfluss auf die Band und damit aufs musikalische Gefüge des Ganzen.Er ist gleichermaßen Solist und Teamplayer. Tommy Schneller, der Musikartist, der in der Lage ist, mühelos den Bogen vom Blues über Jazz, Soul und Funk zu schlagen, der hörbar und erfahrbar, den Spagat schafft, zwischen dem musikalischen Aufruf an die frühen Jahre, bis zum gelungenen Ausdruck heutiger Musikgenres. Alles groovt, alles swingt, alles dringt ein, für den, der ein Ohr hat. Wenn er bei Balladen sein Instrument voll Leidenschaft und Improvisationskönnen bespielt, meldet sich regelmäßig mein Herz und manchmal auch die Träne. Was kann man auf der einen Seite mehr erreichen und auf der anderen mehr erwarten?
Ich schließe die Augen und lasse mich entführen in Phantasien und andere Zeiten, getragen durch hochkarätig kreierte Arrangements, veredelt durch Tommys Stimme und sein unglaubliches Interpretationstalent am Saxophon.

Eine CD-Empfehlung ohne Einschränkungen.
Für mich im Augenblick, meine tägliche Chill-Out-Zone. Und bitte nicht seine Live-Auftritt verpassen.
Wer einmal dabei war, will’s immer wieder haben. Ein Mann und seine Musik mit Suchtfaktorpotential.
(free entrance)

METAL 4 RUHRPOTT - ein neues Online-Magazin ist an den Start gegangen. Wir können es nur empfehlen!

Hallo Universum,

wir sind ein kleines, sympathisches Online-Magazin und wurden auf den für sich sprechenden Namen METAL4RUHRPOTT getauft. Vor einem knappen Monat haben wir das Licht der Welt erblickt und ab ging es in die endlosen Weiten des Internets um irgendwann einmal die Welt zu erobern. Wir stecken noch in den Kinderschuhen, aber versuchen langsam auf die eigenen Beine zu kommen. Reichlich Unterstützung erhalten wir noch von Big Daddy METAL4, der schon seit geraumer Zeit die Metal-Welt mit seiner metallischen Allwissenheit erleuchtet und natürlich von unseren großen Geschwistern METAL4BREMEN, METAL4HAMBURG, METAL4HANNOVER und METAL4KÖLN  – naja und Mama, die haben wir unterwegs irgendwo verloren.

Wie der Name schon verrät, sind wir das erste metallische Musikmagazin direkt aus und für den Ruhrpott und für Fans weit über die Grenzen hinaus. Anzutreffen sind wir in Proberaumbunkern und Aufnahmestudios, zwischen Jugendzentren und erstklassigen Metal-Locations, jenseits von Stadtgrenzen und Nachbars Gartenzaun – überall dort, wo Stromgitarrenmusik die Runde macht.

Wir werden schreiben: Über Namen, die man hoch lobt, Namen, die man noch nicht kennt und über all jene, die aus der Versenkung wiederauferstehen oder darin verschwinden. Über all die wilden, wohlklingenden Konzerte und sehnlichst erwarteten Festivals, über alles, was rockt und knallt.

Wir werden berichten: Von der Straße und ihren Ruhrpott-Gewächsen, ihren Geschichten von und über die Musik. Von den Musikern auf den zahlreichen großen und kleinen Bühnen. Von den Menschen, die jubelnd davor stehen oder von all jenen, die Blut und Wasser hinter der Bühne schwitzen. Von altbekannten Terminen und neuen Chancen.

Wir werden kritisieren: All die Machwerke, all die Silberlinge, die frischgepressten und veröffentlichten Ideen der musikbegeisterten Köpfe des Ruhrgebiets.

Wir werden da sein: In erster Linie für alle Metalheads, Headbanger, Kuttenträger, Spandex-Fans, Mosher, Lang- oder Kurzhaarigen, für Fans der harten Gangart. Aber auch für Musiker, Produzenten, Studios, Shops und Locations.

Wer sich jetzt noch traut…

Für Anregungen, Vorschläge, Kritik und den ganzen Rest sind wir ganz klar immer zu haben, also mailt uns an info@metal4ruhrpott.de

In diesem Sinne Metal The Pott und  surft auf  www.metal4ruhrpott.de

Euer METAL4RUHRPOTT

NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS - NEWS

METAL4SPLASH vom 19 - 21 Juli 2012

Im Sommer veranstalten wir unser eigenes Open Air Festival, für das ab heute der Vorverkauf begonnen hat! Die Tickets für das METAL4SPLASH kosten 27,50 €, dafür gibt´s Camping, Parken, eine Warm Up Party sowie viele Top-Bands, die ihr in Rotenburg hautnah erleben könnt. Am Weichelsee (Baden erwünscht!) in Rotenburg ist die Bühne nämlich nah am Publikum, sodass keine meterbreiten Fotogräben zwischen der tobenden Meute und den tobenden Musikern stehen.

Das METAL4SPLASH OPEN AIR findet vom 19. - 21. Juli 2012 statt.

Außerdem haben wir uns gedacht, nur VVK-Start wäre auch langweilig, und schenken euch gleich den Co-Headliner des Freitags dazu. MOB RULES sollen es sein, und die Kapelle freut sich darauf, ihren furiosen Power Metal mit euch zu zelebrieren! Die Norddeutschen sind bereits alte Hasen im Geschäft und wissen, wie eine Rampensau zubereitet sein muss. Ein kleines, Fan-nahes Festival bietet da die ideale Atmosphäre!

Bisher sind damit bestätigt:

SODOM
MOB RULES
CRIMINAL
DRONE

Wir werden euch natürlich weiterhin mit den Neuigkeiten über dieses kleine, aber erlesene Festival auf dem Laufenden halten!

Blue Notez Club, Joseph Cremer Str. 25, 44141 Dortmund

Der Blue Notez e.V. im "basement" der Gesamtschule Gartenstadt.

Die Idee zur Errichtung einer Institution zur Förderung von Musikkultur unter Jugendlichen und Schülern reifte unter einigen interessierten Menschen etwa vor einem Jahr in Dortmund. Die beteiligten Personen bilden den derzeitigen Vorstand und die Vereinsmitglieder des gemeinnützigen Vereins BLUE NOTEZ e.V. 

Gemeinsam mit der Gesamtschule Gartenstadt schufen sie einen Raum in dem Musik geprobt und aufgeführt werden kann. Hier entstanden einige Schülerbands, die diese Möglichkeit bisher nutzen. Der Raum wurde überwiegend durch die Mitglieder des Vereins hergerichtet und die probenden Schülerbands werden von den Mitgliedern des Vereins begleitet.
Mit der Zeit reifte der Wunsch der Schüler und auch der Vereinsmitglieder, diese Räumlichkeit auch der Öffentlichkeit gegenüber zu öffnen um weitere musikalische Begegnungen zu ermöglichen.

Die Gesamtschule bot dem Verein diese Möglichkeit und im Rahmen einer Nutzungsänderung wurde der Raum für die Öffentlichkeit zugelassen.

Die Schülerbands können somit auch öffentliche Veranstaltungen in dieser Räumlichkeit durchführen die vom Verein vorbereitet und betreut werden.

Die erste öffentliche Veranstaltung, auf der mehrere Schülerbands aufgetreten sind, hat am 21. Juli stattgefunden. Der Verein hat diese technisch und organisatorisch gestaltet. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg für alle Beteiligten.

In den Nachmittagsstunden wird der Raum nun immer häufiger von den Schülerbands genutzt.
Da die Gesamtschule Gartenstadt sehr viel Wert auf eine musikalische Ausbildung ihrer Schüler legt, und es auch einige in dieser Hinsicht engagierte Lehrer gibt entstehen für die Schüler und Lehrer nun völlig neue Möglichkeiten.

Geplant sind nun weitere Begegnungen von Schülern und Musikern und Musikgruppen der verschiedenen Genres von außerhalb.
Geplant sind zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen von Live-Konzerten an denen die Schüler, aber auch andere Jugendliche beteiligt werden sollen.

Ein reger Schüler- und Jugendaustausch in Sachen Musik soll in diesen Räumlichkeiten stattfinden. Dies natürlich immer unter der Aufsicht des Vereins Blue Notez.

Diese Aktivitäten beeinflussen natürlich auch das musikalische Leben innerhalb der Gesamtschule Gartenstadt sowie das musikalische Leben der vielen Musikgruppen innerhalb von Dortmund, da hier ein reger Austausch geplant ist, und bereits auch schon begonnen hat.

Ein stetiges Live-Angebot soll in den Räumen stattfinden, welches die Musikstadt Dortmund mit einer weiteren Attraktivität bereichert. Geplant sind ebenfalls Veranstaltungen mit internationalen Künstlern, die dort auch Workshops geben können. Die Möglichkeiten dafür sind ideal, da die Räumlichkeiten durch den Verein täglich geöffnet werden.

Geplant sind außerdem Ausstellungen, Seminare, Workshops, Vorträge in Sachen Musik die dann wiederum auch mit Unterstützung der Schüler an der Gesamtschule gestaltet werden können.
Synergien zwischen Verein und Schülern sollen optimal gestaltet werden.

Viele Jazzmusiker in Dortmund, und auch im übrigen Ruhrgebiet, finden immer weniger Spielstätten, in denen sie ihre Kunst darstellen können. Wir wollen diesen Musikern eine Möglichkeit bieten, sich einem interessierten Publikum zu präsentieren. Sie sollen den Club als ihren eigenen Club definieren.

Das musikalische Angebot soll jedoch nicht nur auf Jazz beschränkt bleiben.

Avantgarde, Neue Musik, Electronica aber auch Blues und Rock sollen hier eine neue „Heimat“ finden können, halt die Musik, die die Schüler und Jugendlichen, die abseits des 'mainstreams' beheimatet sind, präsentieren wollen.
Hier entsteht ein Raum indem es musikalische Freiräume geben wird. Verschiedene Aktivitäten sind in  Planung. So ist auch geplant Musikern aus der Szene der Jazz und Free-Jazz-Szene, sowie aus der Szene der improvisierten Musik, einen neuen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem neue musikalische  Prozesse stattfinden können. Hier kann experimentiert werden

Wir präsentieren eher den „underground“, die Experimente abseits des „mainstreams“.

Jazz in Deutschland!!!

In der Wochenzeitschrift "Die Zeit" ist eine Diskussion über Jazz in Deutschland "entfacht".

Da unserer Meinung nach hier einige interessante Aspekt genannt wurden, möchten wir Ihnen diesen Artikel nicht vorenthalten. Unsere Anmerkungen zur Situation in Dortmund finden Sie im Anschluß an den Artikel.

Jazz aus Deutschland? Hören Sie hier!

Vor einigen Wochen fragte unser Autor Volker Schmidt: Wo bleibt der deutsche Jazz? Die Szene war irritiert. Ph. Gropper, U. Kempendorff und U. Steinmetz antworten.

Vor einigen Wochen fragte sich Volker Schmidt in einem Artikel: Wo bleibt der deutsche Jazz? Auf der Suche nach einer Antwort blieb er bei dem großen Münchner Label ACT und dessen neuesten Veröffentlichungen hängen. Zu Wort kamen Musiker aus der Reihe young german jazz sowie deren Produzent und Labelchef. Die Lektüre empörte viele Musiker und Musikschaffende: Sollte hier nun auf neue CDs hingewiesen oder einer interessanten Frage nachgegangen werden?

Volker Schmidts Beitrag war irreführend und hat dem deutschen Jazz keinen Gefallen getan: Die im Artikel zu Wort kommenden Bands spiegeln in keiner Weise die erstaunliche Entwicklung, die der Jazz hierzulande künstlerisch und qualitativ genommen hat. Sein Artikel ist symptomatisch für den Versuch marktbestimmender deutscher Labels und Festivals, unter dem Begriff "Jazz" eine zunehmend nivellierte Wohlfühlmusik zu verkaufen. Diese Tendenz ist kontraproduktiv, sie wird kaum nachhaltig ein neues Publikum begeistern und verzerrt das Bild von einer großen Kunstform.

Die Autoren

Uli Kempendorff, geboren 1981 in Berlin. Studium in Berlin und New York. Leiter und Sideman in verschiedenen Formationen. Konzerte in ganz Europa und Nordamerika. Organisiert und kuratiert seit 2010 die Konzertreihe Serious Series im Berliner Senatsreservenspeicher.

Philipp Gropper wurde 1978 in Berlin geboren und ist freischaffender Saxofonist und Komponist. Studium an der Udk Berlin. Er konzertiert weltweit mit eigenen Bands und als Sideman. Mitglied des Jazzkollektivs Berlin, Organisation von Festivals und Konzertreihen. Vereinzelte Lehrtätigkeiten an Musikhochschulen.

Uwe Steinmetz, geboren 1975, ist Berliner Saxofonist und Komponist. Seine Musik wurde in über 30 Ländern aufgeführt, er veranstaltet internationale Konzertreihen und interdisziplinäre Workshops.

Alle deutschen Künstler, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erfolgreich waren, teilen eine Gemeinsamkeit: Es sind eigenständige Stilisten, die auf ihrem Instrument Einzigartiges erreicht haben. Ihre Musik ist von dem geprägt, was Jazz groß macht: Innovation, Kompromisslosigkeit, Authentizität und Integrität. Bemerkenswert ist auch, dass sie im Ausland oft große Aufmerksamkeit erfahren, während sie daheim eher Unbekannte bleiben. Das gilt für die erste Generation großer deutscher Jazzmusiker wie Albert Mangelsdorff, Peter Brötzmann (Preis für sein Lebenswerk beim New Yorker Visions Festival 2011), Alexander von Schlippenbach, Aki Takase, Joachim und Rolf Kühn, Gunter Hampel, "Baby" Sommer. Und auch für die mittlere Generation wie Frank Gratkowski, Gebhard Ullmann, Frank Möbus, Rudi Mahall oder Nils Wogram.

Hierzulande geschieht seit einigen Jahren Erstaunliches: In Köln, Hamburg, München, den zahlreichen Städten mit eigenem Jazzstudiengang, und vor allem in Berlin wird geforscht und experimentiert, Kollektive gründen sich, Festivals und Konzertreihen werden selbst organisiert. Berlin wirkt wie ein Magnet auf die internationale Szene und gilt mittlerweile, nach New York, als weltweit herausragende Jazzmetropole. Viele Musiker von internationaler Bedeutung haben die Stadt zu ihrer Wahlheimat gemacht.

Der Nachwuchs zeigt sich abenteuerlustiger und spielwütiger denn je und die Vernetzung einzelner Szenen funktioniert generationenübergreifend auf nationaler und internationaler Ebene. Man sieht viele neue und junge Gesichter auf Konzerten. Beispielhaft für die innerdeutsche Kulturszene sind die enge Zusammenarbeit zwischen Musikern aus den neuen und alten Bundesländern und die Entwicklung neuer Musik aus gewachsenen Traditionen. Künstlerisch gesehen geht es dem deutschen Jazz also hervorragend.

Wir spüren in vielen Konzerten und Begegnungen, dass das Publikum der gefälligen, reproduzierten Stereotype müde ist. Ebenso sind die Menschen es müde, den Elfenbeinturm einer künstlerischen Elite erklettern zu müssen. Dies ist eine Chance für das, was Jazz auszeichnet und ihn nach wie vor für ein großes Publikum attraktiv und unersetzbar wertvoll macht. Jazz ist in seinem Wesen eine spirituelle Musik jenseits von Religionen – Improvisation ist eine verbindende globale Sprache von Menschen, verwurzelt in allen Kulturen – und passt wie kaum eine andere Musik in ihrer Vielfalt in das neue Jahrtausend.
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Uns Musikern ist es besonders wichtig zu betonen, dass Jazz in erster Linie Live-Musik ist. CDs und Plattenlabels existieren nur, weil Musik auf der Bühne gespielt und entwickelt wird. Die mediale Berichterstattung reduziert sich zu oft auf die Perspektive der Plattenindustrie, die seit Jahren in einer ernsten Krise steckt. Stattdessen sollte konstruktiv und mit Sachverstand über Konzerte und Tourneen, Musikerkollektive und Konzertreihen der Jazzszene berichtet werden, und das in größerem Umfang. Nur wenn diese Musik medial angemessen gewürdigt wird, hat sie auch die Chance, ein breiteres Publikum zu erreichen. Kommen die Leute erst einmal zu Konzerten, lassen sie sich auch begeistern.

Öffentliche Förderung ist ebenso wichtig: Es müssen vermehrt Gelder in die schon bestehende Veranstaltungsstruktur für Jazz investiert werden. Viele Clubs und Festivals kämpfen ums Überleben. In Berlin gibt es beispielsweise keine institutionalisierte Förderung von Jazz. Während die Stadt ihre landeseigenen Theater und Orchester im Jahr 2010 mit 254,8 Millionen Euro (14,3 Mio mehr als 2009) unterstützte, standen für Projektförderung, Studiopreise und Stipendien im Bereich Jazz nur 121.228 Euro bereit. Wir wollen die verschiedenen Förderungsbereiche nicht gegeneinander ausspielen. Aber wenn die Jahresförderung im Jazz dem entspricht, was die Stadt jeder Vorstellung des Deutschen Sinfonie Orchesters zuschießt (nämlich 299,31 Euro pro verkaufte Karte), stimmen die Proportionen nicht mehr.

Auch in Volker Schmidts Artikel werden viele wichtige Punkte angesprochen, wie die ausbauwürdige Spielstättenförderung und drastische Etatkürzungen beim Goethe-Institut. Aber was bringt das Lamentieren allein? Es muss gezeigt werden, wie prächtig sich der Jazz hierzulande entwickelt. Einzig die Musik, die vor Stärke und Fantasie strotzt, ist die Basis, auf der alles wachsen kann.

Betrachten Sie also die folgende Auflistung als Möglichkeit, unterschiedlichste Musikwelten zu entdecken, die hierzulande entstanden sind. Jede Liste ist unvollständig, jedoch führt jeder dieser Namen zu weiteren und lässt somit ein ansatzweise vollständiges Bild erahnen.

Wo bleibt der deutsche Jazz? Suchen Sie hier:

Rudi Mahall, Henrik Walsdorff, Achim Kaufmann, Christian Lillinger, Matthias Schriefl, Hyperactive Kid, Subtone, Robert Landfermann, Pierre Borel, Tobias Delius, Frank Gratkowski, Matthias Schubert, Olaf Rupp, Schneeweiß und Rosenrot, Soko Steidle, Talking Horns, Carl Ludwig Hübsch, Umlaut, John Schröder, Christina Fuchs, Christian Weidner, Ignaz Dinné, Axel Dörner, Jürgen Friedrich, Johannes Fink, Andromeda Mega Express Orchester, Ritsche Koch, Niels Klein, Johannes Schleiermacher, Jörn Marcussen-Wulff, Kalle Kalima, Florian Weber, Katrin Mickiewicz, Pablo Held, Die Enttäuschung, Rolf Kühn, Joachim Kühn, Alexander von Schlippenbach, Tony Hurdle, Ernst Bier, Felix Lehrmann, Tom Arthurs, Philip Zoubek, Gerhard Gschlössl, Gebhard Ullmann, Peter Brötzmann, David Friedman, Bodek Janke, Merkur, Yelena K, Almut Kühne, Eric Schaefer, Gerd Dudek, Christopher Dell, Steffen Schorn, Johnny Lamarama, Kölner Saxophon Mafia, Nils Wogram, Root 70, Gunter Hampel, Lauer Large, Sebastian Gille, Denis Gäbel, Angelika Niescier, Marc Schmolling, Antonis Anissegos, Michael Thieke, Wanja Slavin, Lotus Eaters, Carlos Bica, Der Rote Bereich, Gabriel Coburger, Julia Hülsmann Trio, Expressway Sketches, Antonio Borghini, Benjamin Weidekamp, Squakk, Christof Thewes, Tristan Honsinger, Steve Heather, Silke Eberhard Trio, Heinz Sauer, Michael Wollny, Shreefpunk, Uli Gumpert, Ernst-Ludwig Petrowsky, Uschi Brüning, Carsten Daerr Trio, Stefan Schultze,Transit Room, Octothorpe, Torsten Goods, Daniel Erdmann, Frank Möbus, Ed Partyka, Peter Weniger, Harvard Wiik, Florian Ross, Günther Baby Sommer, Dejan Terzic, Florian Trübsbach, Thomas Lehn, Paul Lovens, Conny Bauer, Johannes Bauer, Theo Jörgensmann, Michael Griener, Dieter Manderscheid, Henning Sieverts, Peter Bolte, Hannes Zerbe, Frederik Köster, und viele mehr.

Anmerkung unsererseits:

Das Ruhrgebiet, insbesondere Dortmund, wird nicht erwähnt. Der Hype der im Moment um und in Berlin gemacht wird, verblendet sichtlich auch die Musiker aus Berlin.
Auch bei der Aufzählung der vielen Musiker werden viele Namen aus dem Ruhrgebiet vergessen. Aber wahrscheinlich kennt man diese Namen auch gar nicht in anderen Regionen als im Ruhrgebiet.
Die Kulturämter der Städte im Ruhrgebiet behandeln den Jazz wahrscheinlich noch schlechter als dies z.b. in Berlin, Köln, München oder Hamburg geschieht.

Die Fördermittel für Jazz fließen in Dortmund überwiegend an das "domicil", welches ja eigentlich schon kein wirklicher Jazzclub mehr ist. Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen im Jahr gehören eher nicht zur Kategorie "Jazz". Andere Jazzaktivitäten werden nicht gefördert. Die Dortmunder Jazztage sind auch keine wirklichen Jazztage, von daher ist dies auch keine Förderung der Jazzkultur in Dortmund.

Der Stadtgarten in Köln und auch der Bunker Ulmenwall in Bielefeld sind übrigens in der Programmgestaltung ähnlich wie das Dortmunder "domicil" - Jazz findet immer weniger statt, aber dafür kann man jetzt dort in die Disco gehen, Cocktails trinken, Salsa und Tango tanzen, sogenannte Weltmusik hören und hin und wieder ein Pop-Konzert erleben, halt eben die "nivellierte Wohlfühlmusik", von der die Autoren in dem obigen Artikel sprechen. Und dafür gibt es dann auch noch Fördergelder für die Jazzförderung vom Kulturamt Dortmund.
Die einmalige Veranstaltungsreihe in Gütersloh, die von Josef Honcia 27 Jahre lang geleitet wurde, wird nach seinem "Ausscheiden" eher leidenschaftslos geführt und findet bei wirklichen Jazzliebhabern nicht mehr den Zuspruch den Josef ausnahmslos bekam.

Aber bei der Beliebigkeit der Verwendung des Begriffes 'Jazz', die Gruppe Tok Tok Tok soll ja nun auch schon eine Jazzgruppe sein, fällt es den Verantwortlichen sichtlich schwer hier Differenzierungen zu treffen und eine Umverteilung der Mittel vorzunehmen.

Es gibt zahlreiche Jazzmusiker in Dortmund die keine Förderung erhalten und es gibt viele Aktivisten die aufgrund fehlender Mittel keine Spielmöglichkeiten haben oder schaffen können. Das haben die 3 Autoren im obigen Artikel wohl richtig beschrieben.

Wie hoch ist eigentlich in Dortmund der Unterschied der Fördermittel für Konzerthaus und  Opernhaus gegenüber der Förderung der Jazzmusik oder angeblicher Jazzmusik?

Eine Szene die Unterstützung dringend benötigt ist jedenfalls in Dortmund vorhanden, und diese existiert außerhalb des "domicils". Dort haben sie nämlich keine Auftrittsmöglichkeiten mehr.

Die Selbstausbeuter - m. E. ein Beitrag zur Kreativwirtschaftsdebatte im Ruhrgebiet, oder ist es hier etwa anders?

So ein Straßenmusikant kennt auch die unromantischen Seiten seines Daseins. Das junge deutsche Kulturprekariat aber meidet darüber die Debatte.

von Berthold Seliger - (Berthold Seliger ist Tourneeveranstalter in Berlin.)

Ein renommierter Berliner Tourneeveranstalter auf der Suche nach einer Arbeitskraft inseriert die Bedingungen: "Wir suchen einen Praktikanten im Bereich Booking- und Eventproduktion für mindestens sechs Monate. Voraussetzungen: Erfahrung im Booking- und Eventbereich, flexibel, belastbar, gute Computerkenntnisse".

Der Praktikant soll neben dem Booking auch Bürotätigkeiten erledigen, Zu- und Nacharbeiten aller Art. Gesucht wird also ein erfahrener Mitarbeiter, bestens ausgebildet, der für ein halbes Jahr eine feste Stelle in der Firma übernimmt. Und die Bezahlung? "Honorar: 150 Euro monatlich". Immerhin pro Monat. Wetten, dass es jede Menge Bewerber für den Praktikumsplatz gab?

Das Inserat ist keine Ausnahme. Dass nicht nur kleine Start-Ups, sondern selbst renommierte Musikfirmen mittels geringfügig oder gar nicht bezahlter Praktikanten ihr Geschäft betreiben, ist längst die Regel. Bei Plattenfirmen mit weniger als zehn Mitarbeitern sind oft mehr als die Hälfte der Mitarbeiter Praktikanten oder Auszubildende.

Aber auch in multinationalen Plattenkonzernen, Galerien oder Medienfirmen treffen auf einen festbezahlten Redakteur nicht selten bis zu fünf unbezahlte Praktikanten. Von ihnen wird eine volle Redakteurstätigkeit erwartet. Für diese Praktikanten dürfte das Diktum "arm aber sexy", mit dem Klaus Wowereit die Metropole beschreibt, eher einen zynischen Beigeschmack haben.

Praktika im rechtsfreien Raum

Prinzipiell ist nichts gegen Praktika zu sagen - es ist ja eine vernünftige Idee, dass Studenten oder Berufseinsteiger in die Praxis einer Firma "hineinschnüffeln" und etwas lernen. Beide Seiten können profitieren: Die Praktikanten lernen etwas aus der Praxis, die Firmen nutzen die Kreativität junger Menschen für sich, die im Idealfall neue Ideen mitbringen. Nur ist es nicht akzeptabel, dass Praktika ausgerechnet in einem Land, in dem sonst jeder Fliegenschiss bis ins letzte Detail gesetzlich geregelt ist, quasi im rechtsfreien Raum stattfinden.

Mindestens darf man von der Politik eine Art Praktikums-TÜV erwarten, der ein Mindestmaß an Überprüfung der Firmen voraussetzt. Bei seriösen Hochschulen, die Studenten ein Praktikum als Teil des Studiums vorschreiben, ist das längst üblich, auch bei Ausbildungsplätzen zumindest der Form nach.

Zweitens sollten ein Mindestgehalt sowie eine Maximaldauer des Praktikums festgeschrieben werden. Ist ein Praktikant im Grunde ein fester Mitarbeiter, sollte er auch als solcher beschäftigt werden - mit Arbeitsvertrag, Festgehalt und den sozialversicherungspflichtigen Errungenschaften dieser Gesellschaft, also Urlaub und Krankengeld.

Geschäftsmodelle, in denen Kreativfirmen Praktikanten feste Stellen ausfüllen lassen, ohne sie angemessen zu bezahlen, sollten als das bezeichnet werden, was sie sind: Ausbeutung. Roberto Saviano beschreibt in seinem Bestseller "Gomorrha" derartige von der Camorra organisierte Arbeitsplätze in Süditalien: "Es existiert kein soziales Netz. Keine verbrieften Rechte, keine zulässigen oder unzulässigen Entlassungsgründe, Sonderregelungen, Urlaubsansprüche"

Da von der Politik so bald keine Hilfe zu erwarten ist - Praktikanten müssen sogar in Bundesministerien ohne Bezahlung arbeiten - wäre eine Selbstverpflichtung der Kreativindustrie wünschenswert.

Prekäre Lage von Kreativen

Natürlich ist die Situation besonders der unabhängigen und kleineren Musikfirmen derzeit schwierig. Kaum eine dieser Firmen kommt ohne extremes Engagement der Mitarbeiter weit über die üblichen Arbeitszeiten hinaus zurecht, kaum ein kleinerer Unternehmer kann in der Branche auf permanente Selbstausbeutung verzichten. Eine renommierte Plattenfirma wie Tapete Records mit einem Künstlerstamm von fast 50 Musikern und Bands und einem Jahresumsatz von 600 000 Euro macht laut FAZ einen Verlust von 8 000 Euro.

Die Firma beschäftigte in den ersten Jahren zwei Auszubildende, die neben den beiden Besitzern die Arbeit machten; heute arbeitet sie mit drei festen und zwei freien Mitarbeitern sowie stets zwei Praktikanten. Die beiden Firmeninhaber zahlen sich mittlerweile ein Monatsgehalt von 500 Euro aus.

Das gibt schon mal einen Eindruck von der prekären Lage von Kreativen, die vom Unternehmer bis zum Praktikanten reicht. Im Berliner Bezirk Pankow gibt es an den Musikschulen noch 26 fest angestellte Musiklehrer, das sind 23 Prozent der Lehrer - der Rest sind Honorarkräfte. Die Subventionen, die der Senat an die Freie Szene verteilt, sind verglichen mit den Zuschüssen für die Repräsentationskultur geradezu lächerlich gering - allein die drei Opern verbrauchen im Jahr 120 Millionen Euro öffentliches Geld, für die große freie Theaterszene bleiben gerade mal 5 Millionen Euro übrig. Dazu weisen die offiziellen Förderbescheide für Schauspieler, Tänzer, Musiker oder Regisseure drei bis fünf Euro Stundenlohn aus - während die beiden Parteien, die den Berliner Senat bilden, jeweils Parteitagsbeschlüsse für einen deutlich höheren Mindestlohn vorzuweisen haben.

Für diese Künstler kann es nur wie ein Hohn wirken, dass die Berliner Opernorchester kürzlich gegen eine geplante Gehaltsanhebung streikten - sechs Prozent war ihnen zu wenig. Schließlich gibt es bundesweit Orchester, die 12 Prozent mehr verdienen als sie selbst. Nur etwa 50 Prozent der Beschäftigten in der deutschen Kulturbranche haben überhaupt noch einen festen Arbeitsplatz - und der liegt anders als bei den Spitzenverdienern in den Opernorchestern oft genug knapp über Hartz-IV-Niveau. Von den anderen 50 Prozent, den Freiberuflern, leben zwei Drittel in prekären Verhältnissen, wie gerade eine Studie über die Lage darstellender Künstler zutage förderte.

Das Einkommen freier Künstler beträgt laut Künstlersozialkasse 2010 genau 13 288 Euro pro Jahr, Bildende Künstler kommen auf 12 767, Darstellende Künstler auf 12 318, Musiker nur auf 11 521 - das sind weniger als 1 000 Euro monatlich. Wer als Musiker jünger ist als 30 Jahre, hat ein Jahreseinkommen von nur 8 909 Euro. Zum Vergleich: Dem Vorstandschef der Urheberrechtsgesellschaft Gema, Harald Heker, werden 380 000 Euro im Jahr gezahlt. Das Beispiel zeigt gut, wer von den sogenannten Autorenrechten am meisten profitiert.

Ein Diskurs findet kaum statt

Interessant ist, dass über die soziale Situation der Künstler und vieler Beschäftigter in der Kulturindustrie nirgendwo viele Worte gemacht werden - ein Diskurs findet kaum statt. Doch die prekäre Situation von Künstlern und Kulturarbeitern kommt nicht aus heiterem Himmel. In England begann das "Take-off" der Kreativwirtschaft unter Margaret Thatcher, ging also Hand in Hand mit dem systematischen Rückbau des Wohlfahrtsstaates.

Hierzulande etablierte sich die "kreative Klasse" (Richard Florida) erst in der New-Economy-Phase um das Jahr 2000. Damals begann signifikanterweise auch die Diskussion um die Hartz-Gesetze. Das, was die Claqueure des künstlerischen Prekariats wie Holm Friebe feiern, ist permanente Selbstausbeutung - man zelebriert die Zumutungen einer ausbeuterischen Gesellschaft, weil man sie nicht ändern kann oder will. Die Kreativwirtschaft als Türöffner der flexiblen Arbeitsmodelle des Neoliberalismus - die Künstler und Kulturarbeiter stehen als flexible, autonome und selbstverantwortliche Subjekte Modell für eine Neuorganisation der Gesellschaft.

Der amerikanische Soziologe Richard Sennett spricht von einem "Idealmenschen", der "mit kurzfristigen Beziehungen (...) zurande kommt, während er von einer Aufgabe zur anderen, von einem Job zum nächsten, von einem Ort zum anderen wandert. Wenn Institutionen keinen langfristig stabilen Rahmen mehr bereitstellen, muß der Einzelne möglicherweise seine Biographie improvisieren" - die Horrorvision vom flexiblen und entfremdeten Menschen, von dem permanent eigenverantwortliche Selbstverwirklichung erwartet wird.

Nun wird man sich fragen, wer sich dies alles freiwillig antun mag. Es geht um eine vergleichsweise kleine, aber kontinuierlich wachsende Schicht, die sich etwa über Alter - zwischen Anfang zwanzig und Ende dreißig - und sozialen Status definiert. Hauptsächlich handelt es sich natürlich um Kinder der gut situierten Mittelschicht, die "irgendwas mit Kultur" oder "irgendwas mit Medien" machen wollen, und für die der Staat eine ganze Reihe neuer und sehr modischer Ausbildungszweige zur Verfügung stellt. Das Studium des Kulturmanagements und der Ausbildungsberuf der Veranstaltungskaufleute für audiovisuelle Medien gehören dazu.

Für die Arbeitslosigkeit ausgebildet

Gemein ist diesen Ausbildungsgängen: Hier wird, um es altmodisch auszudrücken, für die Arbeitslosigkeit ausgebildet, denn natürlich gibt es nicht annähernd so viele Arbeitsplätze im Kulturbereich wie Interessenten. Neuerdings würde man sagen: Es gibt zwar keine herkömmlichen Arbeitsplätze, aber wer mobil ist, dynamisch und bereit, mit wenig auszukommen, der kann selbstständiges Mitglied der "digitalen Bohème" werden. Natürlich müssen das die Mittelschichts-Eltern irgendwie subventionieren, oft weit über die Ausbildung hinaus.

Der französische Soziologe Pierre Bourdieu schreibt über dieses neue Kleinbürgertum: "Lieber wollen sie als ,drop-outs‘ und Randgruppe leben, als klassifiziert, einer Klasse, einem bestimmten Platz in der Gesellschaft zugeordnet sein".

Natürlich hinterlässt die allenthalben in Politik und Medien anzutreffende Feier der Kreativwirtschaft und ihrer fragmentarischen, flexiblen und letztlich für den Einzelnen ruinösen Arbeitsbedingungen einen schalen Nachgeschmack. Was alle werden sollen, ist auch, was allen droht. Bleibt zu hoffen, dass die "digitalen Bohemiens" irgendwann bemerken, dass sie ihr Dasein nicht zum "role model" für prekäre Arbeitsbedingungen stilisieren sollten.

Eine Rückbesinnung auf die proletarische Tradition gerade der Berliner Stadtkultur würde der Kulturszene und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung sicher gut tun.

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